ACAB!

25.05.2010

Sei ehrlich: Du wolltest schon immer wissen, was diese so häufig an Hauswänden gesprühte Losung bedeutet. Nun, handelt es sich dabei um die Abkürzung eines populären Spruches der angloamerikanischen Jugendkultur. Was, Dein Schulenglisch ist schon sehr verstaubt und hellsehen kannst Du auch nicht?
Na gut, dann will ich diese Parole für dich übersetzen. Im Deutschen bedeutet sie so viel wie: "ABEAB".

Wie - das hilft Dir auch nicht weiter? Ich soll mich hier nicht wichtig machen, bzw. nicht um den heißen Brei herumreden?

"Alle Beamtinnen und Beamten entstammen außerehelichen Beziehungen" ist die korrekte Langform. Damit kannst Du jetzt zu jeder Behörde gehen und es Dir abstempeln lassen. Was ist noch? Ich soll Dich nicht verarschen? Na gut - hier im Osten werden ohnehin über die Hälfte aller Kinder außerehelich geboren, weswegen diese angeprangerte Tatsache längst keine Schande mehr ist.

Du meinst, wenn dem so wäre, bräuchte man mit diesem Kürzel auch keine Wände beschmieren - die Beschimpfung wäre gegenstandslos? Sehr wahr! Es handelt sich hierbei wohl um eine liebgewonnene, traditionelle Beschimpfungsform. Wie so oft sind Traditionen zählebiger als vermutet, Beschimpfungen leider manchmal politisch unkorrekt und oftmals entfernen sich Wortbedeutungen von ihrem Ursprung.

Ohnehin sollten diese pubertierenden Jugendlichen sich mehr ihrer Muttersprache bedienen. Ich möchte wirklich wissen, ob in Rostock so viele englische Muttersprachler herumlaufen...

Viel schöner und auch wirklich erniedrigend fände ich da zum Beispiel: "DMKIU", was so viel heißt wie: "Deine Mutter klaut im Umsonstladen". Ja, da schäumst Du schon innerlich.Überhaupt: Mit dem niedrigen sozialen Status kann man heutzutage viel, viel nachhaltiger und schmerzhafter kränken, als mit unehelicher Geburt.

Wirklich übel ist auch "DEIEB"!!!
Was, Du weißt echt nicht, was das heißt? Pech gehabt - da musst Du jetzt mit leben! Wie - das macht Dich ein Stück weit wütend? Dazu sind ja Beleidigungen da: Man soll wütend werden. Ja, guck einfach mal in Dich hinein und schaue, was dieses hässliche Schimpfwort mit Dir macht und erzähle mir morgen davon, Du "DEIEB"!

Was Du will mir jetzt eine Kleben? Das finde ich ja jetzt ganz arm von Dir...
Apropos "ARM": Ich verrate Dir doch, was "DEIEB" bedeutet: "Dein/e Erziehungsberechtigte/r ist eine Bedarfsgemeinschaft"

AUA!

Hinnerk, der Hausmeister
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Wahlkampf mit Luftunterstützung

01.09.2009

Da hatten also ein paar Taliban zwei Tanklastzüge geklaut, offenbar in der Absicht, mit dem darin transportierten Sprit ihre fundamentalistisch-terroristischen Kraftfahrzeuge zu betanken oder möglicherweise auch um sich massenhaft Molotow-Coktails zu mixen. Vielleicht noch dem Schwager und Großonkel einen ausgeben ...

Zurückerobern ...
... kommt natürlich nicht in Frage. Erstens haben wir genug von dem Zeug und zweitens könnten dabei Teilnehmer der deutschen Friedenstruppe beschädigt werden. Ganz zu schweigen von Aufstand der dann zu Hause losbricht: Tagesschaumeldungen, Pressekonferenzen, Parlamentsdebatten, Regierungserklärungen, Zinksärge, Staatsbegräbnisse und Schuldzuweisungen. Und außerdem ist ja auch noch Wahlkampf!

Also lieber Luftunterstützung!
Wir machen uns doch nicht die Finger schmutzig - das machen die US-Airforce mit all ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in Sachen Draufhauen und Wegpusten im Dienste der Freiheit.

Und das hat man nun von seiner Gutmütigkeit
- nichts als Ärger und Vorwürfe. Dabei sind doch gar nicht unsere Soldaten die Bösen - das sind doch die lieben Schulenbauer und Brunnenbohrer.
Wir sind doch nicht wegen Unterstützung amerikanischen Weltbeherrschungs-Anspruches am Hindukusch, sondern weil es dort das erwähnte Schul- und Brunnendefizit gibt.

Man muss sich sich das so vorstellen:
Im Bundesbildungsministerium gibt es so ein großes Steuer- und Regelpult, auf dem alle Parameter des deutschen Bildungswesens dargestellt und reguliert werden. Da blinken ganz viele Lichter. Und ganz am Rande der Steuerungszentrale funzeln müde zwei Lämpchen herum. Unter diesen steht in abgenutzter, kaum lesbarer Schrift "Schulen/Brunnen (Afghanistan)". Jedes mal, wenn die Anzahl der Schulen am Hindukusch unter eine vorgegebene Anzahl rutscht, wird ein Alarm ausgelöst. Daraufhin wird der Verteidigungsminister alarmiert, welcher alle nötigen Maßnahmen ergreift, um die Interessen des afghanischen Bildungswesens wirkungsvoll zu verteidigen. Zufällig hatten die Brunnenbohrer und Schulenbauer auch ein paar Feuerwaffen dabei, weil sie kurz vorher beim Brunnenbohren in Vorpommern auf ein illegales Waffenlager gestoßen waren. Sie hatten einfach noch nicht den LKW abgeladen ...

Und nun das!
Natürlich haben gewisse politische Kräfte nichts besseres zu tun, als die entstandene Situation für ihren Wahlkampf schamlos auszunutzen.
Deswegen mein Vorschlag zur Güte - auch um die betroffenen afghanischen Klans zu beruhigen (die schwören uns doch sonst Blutrache bis in die übernächste Generation): Wir laden einfach ein paar zehntausend bewaffnete Afghanen nach Deutschland ein. Hier können sie das ohnehin seit jeher vorhandene Ungleichgewicht in Sachen "Invasionen" im jeweiligen Land korrigieren. Oder kann sich irgendwer an Afghanische Einmärsche in Amerika, Russland, Großbritannien oder Deutschland erinnern? Na also.

Ich kann mir das schon richtig gut vorstellen:
Eine ganze Reihe von Kontrollposten der Taliban und der Afghanischen Armee rund um Rostock. Hier schon mal ein Tipp vorab: Immer genug Kleingeld bereit halten!

Hinnerk, der Hausmeister
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Angewandte Volkskunde - Teil 1: Die Pastell-Rentner

01.08.2009

Sie fielen mir neulich auf, als ich Eis essend auf dem neuen Markt saß, um völlig planmäßig einen Teil meiner kostbaren Lebenszeit totzuschlagen.

Ungefähr in der Mitte des Platzes bemerkte ich aus den Augenwinkeln heraus ein merkwürdiges, unscharfes Gewusel. Bei genauerem Hingucken sah ich hell-pastellfarben gekleidete, ältere Mitbürger, welche sich gerade um einen Rostocker Stadtführer scharrten. In ihrer pastellenen Erscheinung waren sie gegen einen ebenso pastellenen Hintergrund der Hausfassaden kaum auszumachen. Es waren alle möglichen wischi-waschi Farbtöne vertreten: Neben dem häufigen Hell-Khaki der Herrenwesten und Damenjacken auch Hellgrau, Hellgelb, Hellviolett und Hellocker. Nur wenige dunklere Hosen oder Röcke sorgten für eine optische "Erdung" einzelner Personen.

Neugierig geworden, erhob ich mich und schlenderte unauffällig an der Renter-Reisegruppe vorüber. Ich spitzte die Ohren und vernahm leise vorgetragenene Dialekte aus dem sächsisch-thüringischen Raum. Es war auffallend, wie eng sich die Gruppe zusammengescharrt hatte und wie sich diese Menschen dem wärmegedämmten, frischrenovierten baulichen Hintergrund ihres ostdeutschen Umfeldes anpassten. Es waren diese typischen hellen Fassaden, die sich nach der Wende auch in meiner Straße breit machten und die beim Beklopfen einen überraschend hohlen Ton von sich gaben (ich beherrschte meinen Drang, einen der vor mir stehenden Rentner zu beklopfen).

Ich drehte noch eine Alibi-Runde um den Marktplatz und setzte mich, um meine eben gewonnen Erkenntnisse zu vertiefen. Statt neuerlicher Vertreter der soeben aufgefundenen Spezies, sah ich allerdings nur noch Vertreter anderer Bekleidungstypen. Diese zeugten aber durch ihre Eigenheiten von der Existenz weiterer Freizeit-Bekleidungs-Spezies und bestätigten somit indirekt meine frisch entdeckte Artenlehre. Kurz erwähnen möchte ich hier nur die deutlich lautstarker auftretenden, gebräunten, nordwestdeutschen "Wohlstands-Hanseaten" mit einem dominierenden Marineblau und häufigen Goldkettchen, die oft königlich-dänisches Rot tragende "Shopping-Dänen", sowie die im Duett auftretenden Träger eines "Outdoorjacken-Syndroms".

Aber da näherte sich auch schon wieder ein älteres Pärchen meiner Pastell-Rentner. Er mit hellem Hemd, einer Anglerweste in hell-khaki und einer Hose in hellgrau - sie mit hellblauen Glitzerpullover und eierschalenfarbenen Kostüm (in der Anglerweste hätten man durchaus einen halben Anglerladen oder einen halben Gurt Maschinengewehrmunition unterbringen können). Auch die beiden passten sich gut ihrer Umgebung an, als wollten sie sagen: "Nur nicht auffallen in dieser unübersichtlichen Welt der unbegrenzten Auswahl und Möglichkeiten. Das Leben ist schon gefährlich genug. Die da oben machen eh was sie wollen und wir kleinen Rentner zahlen immer drauf".

"Nur Mut Ihr Leutchen ..." wollte ich Ihnen zurufen "... nur Mut zur Farbe, zu satten Tönen! Ihr seid freie Menschen - die Welt gehört Euch - Nehmt Euch ein Beispiel an mir!"

Doch siehe da: Wie ich so an mir selbst herab blickte - was sah ich?
Nein - davon will ich schweigen, sollen sich doch Andere bei Gelegenheit über mich das Maul zerreißen!

Hinnerk, der Hausmeister
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Der Dalai Lama - das Erdmännchen der Weltpolitik?

01.07.2009

Erdmännchen sind diese possierlichen, in Großfamilien herumwuselnden Steppennagetiere, die immer auftauchen, wenn ich nachmittags mal den Fernseher anschalte. "Wieso schaltet der nachmittags den Fernseher an - hat er nichts zu tun?" werdet Ihr fragen. "Oh doch" antworte ich da - ich ergründe nämlich unerforschte Phänomene unserer modernen Mediengesellschaft.

Erdmännchen sind sozusagen die Popstars der Tierwelt, mit Erdmännchen ist man quotenmäßig auf der sicheren Seite. Popularitätsmäßig konnten sie die ganze große Artenwelt hinter sich lassen und nur KNUT der Knuddel-Mega-Star lag mal im Marktwert zeitweise weit vor ihnen. Sie sind zumindest die Tokyo-Hotels unter den Kleinsäugern.
Ihre Popularität verdanken diese Tiere ihrer sympathischen Art, mit angewinkelten Vorderpfoten, hoch aufgerichtet die Steppe oder den Tierpark nach Feinden abzuscannen aber auch ihrem sozialen Wesen.

Der Dalai-Lama hingegen hockt nicht etwa auf dem Kamm des Himalaja und hält nach bösen Chinesen Ausschau (das kann er gar nicht, weil man ihn vor Jahrzehnten in die indische Gangesebene vertrieben hat). Also, was hat ihn - den spätfeudalen Alleinherrscher - so populär gemacht? Wie kommt es, dass dieser in unansehnliche, rostbraune Laken Gewandete, den attraktiven Anführern so vieler freiheitsliebender Volksgrüppchen den Rang ablaufen konnte? Warum, frage ich, taucht er genauso oft auf wie Sebastian Silbereisen und der DJ Ötzi?

Es wird daran liegen, dass seine Existenz Gelegenheit bietet den kulturlosen Chinesen in alter imperialistischer Besserwisserei einen Watschen zu geben. Das heißt: Was blöde Chinesen ärgert, macht uns Spaß. Vielleicht ahnt man auch unter den westlichen Meinungsmachern und Politikern, dass bald andere Zeiten aufziehen und nutzt noch jede Gelegenheit schnell mal Menschenrechte anzumahnen und Chinesen auszuschimpfen.
In diesem Dalai-Lama-Herumgekulte treffen sich in einmaliger Weise nicht nur westliche Besserwisserei, traditioneller Imperialismus und moderner TV-Hype - nein auch als linksalternativer, sinnsuchender Gutmensch muss man für den Lama sein und tibetische Flaggen schwenken. Die armen Chinesen können einem leid tun ...

Bald jedoch stehen sie selbst auf der Fußmatte unser aufgeklärt-egoistisch-christlich-westlichen Wertegemeinschaft, um dies und jenes anzumahnen. Ob sie dann mit uns über die Werte des Konfuzianismus oder Ying und auch Yang sprechen wollen? Vielleicht möchten sie wissen, warum man sie in den letzten 150 Jahren so schlecht behandelt, ausgenutzt und bevormundet hat. Die denken ja in ganz anderen Zeiträumen als wir ...

Hinnerk, der Hausmeister
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Hoffentlich ist es Beton.

01.06.2009

Täglich beobachte ich mit Interesse die fortschreitende Betonierung meines Lebensumfeldes. Gerade fuhr ich wieder mal am Doberaner Platz vorbei: Eine tadellos vollversiegelte Betonoase, ohne unnötige Verunkrautungen, Gestrüppe oder Schlammgruben.

Immer mehr kuschelige Beton-Idyllen kann man in Rostock bewundern. Die Beeindruckendste ist die endlose steinerne Ebene vor der Schmarler Messehalle und dem IGA-Gelände, die einen schon mal so richtig einstimmt auf die IGA-Blütenpracht. Auf schmalem Pfad wandert die Besucherschar seit Jahren vom Bahnhof quer durch zu Messe und IGA. Möglicherweise dachte man bei den Stadtplanern ja schon weit voraus und ahnt Dinge, von denen wir einfachen Menschen gar nichts wissen? Vielleicht gibt's ja schon bald einen Riesenbedarf nach festen Freiflächen für Demonstrationen und Aufmärsche? Könnte ja sein, dass im Hintergrund Baustoff-Mafia und alte SED-Seilschaften kungeln, die alsbald jede Menge Platz für neue Großaufmärsche brauchen ... "Vorwärts zum 60. Jahrestag der DDR" sage ich nur ... So 'ne richtig schöne Kundgebung mit Transparenten und einer ordentlichen Portion Personenkult - das wäre doch mal wieder was, oder?

Auf dem übergroßen Rest dieses Rollfeldes hat aber das Grünzeug einen verbissenen Kampf mit dem Beton aufgenommen. Tapfer bilden abgefallene Blätter und illegal hindurchwachsendes Grün eine neue Humusschicht und lassen stellenweise schon den grauen Stein verschwinden, nie genutzte Parkplätze rekultivieren sich selbst. Ist das etwa eine Art ökologisches Experiment oder symbolhaftes Happening?

Ebenso anheimelnd erscheint die Fußgängerzone im unteren Friedhofsweg: ein sehr praktisches, betongekacheltes Außenklo, das jeden Augenblick einen riesigen Wischmob erwartet. Da würden doch Rasenflächen und Rabatten nun wirklich im Wege sein! Mein Tipp: die vorhandenen traurigen Gewächse durch Plastikbäume mit Spiralfeder ersetzen, die beim Durchwischen wieder zurückhoppsen (Zzänngg!!) ...

Auch bei dem endlosen Betonstreifen den man "Stadthafen" nennt, wurde an der Neptunwerft wieder mal 'was hinten dran gemauert. Gott sei Dank gibts auch weiterhin keinen einzigen Meter naturnahen Strand. Man denke nur: plätschernde Wellen an lieblichen Sandstrand - grauenhaft!

Aber macht nur weiter so ihr Betonschaffenden und Langstreckenpflasterer! Ihr unterstützt unserere heimische Grundstoffindustrie und die Binnennachfrage nach Beton und gutem Mecklenburgischen Kies: dem einzigen Bodenschatz unserer Heimat. Was wir hinten rausbuddeln graben wir vorne wieder ein: Nur in etwas verfestigter Form und durch staatliche Fördermittel veredelt. Bleibt hart und lasst nicht irgendwelche fragwürdigen Blümchen oder Gestrüpp unsere öffentlichen Plätze verschandeln!

Hinnerk, der Hausmeister
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Weltwirtschaftskrise für Paranoide

01.05.2009

Alle reden von der Weltwirtschaftskrise. Nachrichtensprecher dämpfen ihre Stimme oder schauen ganz betont optimistisch drein (dabei glänzt ihnen die blanke Panik in den Pupillen). Ich erwarte sie auch jeden Moment - die Weltwirtschaftskrise. Ich horche angespannt, wenn sich Schritte auf der Treppe nähern (falscher Alarm - war nur das Besengeschwader) und mache einen großen Bogen um kleingeldsammelnde Problembürger.

Argwöhnisch betrachte ich meine Kontoauszüge und grabe in abgelegten Jeanshosentaschen nach vergessenem Kleingeld: Der kluge Mann baut vor! Ich beginne klammheimlich mit gut getarnten Hamsterkäufen und stapele 5 Etagen Erbsensuppe mit Fleischbällchen und einen Kubikmeter Ochsenschwanzsuppe in Tüten in der hintersten Kellerecke. Dazu gesellen sich etliche große Sixpacks Mineralwasser (damit kann man auch Zähne putzen und lecker Tütensuppen aufkochen).

Dann werde ich so Stück für Stück in meinen Keller umziehen. Als Motivationsbringer kommen noch 5 Kilo Lakritz-Mix dazu. Während die Krise allmählich das Haus hoch kriecht, habe ich mich längst im Keller eingeigelt. Zu meinem Schutz und gegen plündernde Horden habe ich der Russenmafia eine Kalaschnikow abgekauft und mir damit außerdem einen alten Jugendtraum erfüllt. Jetzt können sie kommen, die ganzen abgehalfterten Börsenjobber und vagabundierenden Existenzen. Aus langer Weile lade und entlade ich fortwährend meine beiden Magazine und deute immer mal wieder eine gespielte Salve Dauerfeuer Richtung Kellertür an.

Leider habe ich dabei mal die Sicherung vergessen und eine volle Salve durch die Kellertür in die Stromzähler gejagt. Scheiße - ich habe mich verraten! Jetzt können sie mich orten, diese Hungerleider. Mit so einer Mpi-Salve kann man eine ganze Kleinstadt aufwecken. Ich zähle die Sekunden, bis der Feind mich gefunden hat.

Da kommen sie schon, die ganzen Wirtschaftsflüchtlinge und Hartz-IV-Empfänger - mit Blaulicht und Lautsprecher natürlich! Die haben es auf meine Tütensuppen abgesehen ...

Ich schwenke die weiße Fahne durchs Kellerfenster. Vorher habe ich noch schnell die Großmarktpackungen Suppe zum Streusand geschüttet. Sie sollen nichts kriegen, diese Versager ...

Hinnerk, der Hausmeister
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